CJK-Unterstützung

Unterstützung die Sprachen mit Symbolschriften einzubauen, kann ziemlich schwierig sein. Außer der Installation von Programm-Paketen muss noch einiges eingestellt werden.

Tipp

Ihre Linux®-Distribution hat möglicherweise bereits Pakete für CJK (Chinesisch, Japanisch, Koreanisch). Damit ersparen Sie sich die Zeit alles von Hand zu installieren. Überprüfen Sie das mit Ihrer Paketverwaltung, ehe Sie weiterlesen.

Mit dem Paket ucs ist es möglich, kurze Texte als CJK-Text zu schreiben. Diese Verfahren ist aber stark eingeschränkt, da unter anderem Zeilenumbrüche nicht verarbeitet werden. Stattdessen wird hier erklärt, wie das komplette Paket CJK-LATEX installiert und sowohl für die Nutzung mit LATEX und PDFLATEX eingerichtet wird. Ein großer Teil dieser Informationen stammt von Pai H. Chou's Seite über die Einrichtung von PDFLATEX.

  1. Laden Sie das Paket CJK herunter. Entpacken Sie die Dateien in einen passen Unterordner von $TEXMF wie bereits mit dem Paket ucs weiter oben (siehe Das Paket ucs). Die Dateien werden in einen Ordner namens CJK/X_Y.Z entpackt.

  2. Jetzt müssen Sie eine Schriftart herunterladen, die alle benötigten Zeichen enthält. Sie können jede beliebige *.ttf-Datei verwenden, die diese Bedingung erfüllt, aber hier wird Cyberbit benutzt. Entpacken Sie die Dateien und benennen Sie Cyberbit.ttf zu cyberbit.ttf um, damit es keine Probleme mit Groß-/Kleinschreibung gibt.

    Verschieben Sie cyberbit.ttf zusammen mit Unicode.sfd in einen Ordner und erzeugen Sie die *.tfm- und *.enc-Dateien mit dem Befehl $ ttf2tfm cyberbit.ttf -w cyberbit@Unicode@. Falls dabei Probleme auftreten und nicht all Dateien (mehrere Hundert) erstellt werden, laden Sie sowohl die *.tfm- und *.enc-Dateien herunter.

    Verschieben Sie die *.tfm-Dateien in einen passenden Ordner wie $TEXMF/fonts/tfm/bitstream/cyberbit/. Die *.enc-Dateien sollten in $TEXMF/pdftex/enc/cyberbit/ installiert werden.

  3. Nun ist eine Zuordnungsdatei nötig, die die *.enc-Dateien mit der Schriftart verbindet. Laden Sie cyberbit.map herunter und installieren Sie diese Datei im Ordner $TEXMF/pdftex/config/.

  4. Laden Sie dann noch die Datei c70cyberbit.fd herunter und installieren Sie sie in einem passenden Ordner wie zum Beispiel $TEXMF/tex/misc/.

  5. Zum Schluß muss eine „PostScript® Type 1“-Schriftart erzeugt werden, um mit LATEX erstellte DVI-Dateien lesen zu können. Führen Sie den Befehl $ ttf2pfb cyberbit.ttf -o cyberbit.pfb aus und kopieren Sie die entstandene Datei cyberbit.pfb in einen Ordner wie zum Beispiel $TEXMF/fonts/type1/cyberbit/.

  6. Nun verschieben Sie die Datei cyberbit.ttf zu den anderen Schriftarten, damit sie von LATEX gefunden wird. Das ist zum Beispiele ein Ordner namens $TEXMF/fonts/truetype/.

  7. Überprüfen Sie, dass in der Einrichtungsdatei $TEXMF/web2c/texmf.cnf die Zeile mit TTFONTS nicht auskommentiert ist und auf den Ordner zeigt, in dem Sie cyberbit.ttf gespeichert haben.

  8. Damit PDFLATEX die CJK-Schriftarten benutzen kann, müssen sie in der Datei $TEXMF/pdftex/config/pdftex.cfg die Zeile map +cyberbit.map einfügen. Damit ist die Einrichtung für PDFLATEX abgeschlossen.

  9. Um LATEX so einzustellen, dass es DVI-Dateien mit CJK-Zeichen erzeugen kann, müssen Sie die Zeile cyberbit@Unicode@ cyberbit.ttf in die Datei ttfonts.map einfügen. Diese Datei sollte sich im Ordner $TEXMF/ttf2pk/ befinden. aber möglicherweise müssen Sie sie erst suchen.

  10. Jetzt müssen Sie noch das Programm texhash ausführen, dann ist die Installation abgeschlossen.

Die ordnungsgemäße Einrichtung kann durch Kompilieren dieser Testdatei festgestellt werden.

Problembeseitigung für CJK

Es gibt viele mögliche Fehlerquellen bei der manuellen Einrichtung von CJK. Bei Problemen prüfen Sie die im Folgenden genannten Punkte:

  • Da Sie LATEX als normaler Benutzer und nicht als Systemverwalter ausführen, müssen Sie allen Benutzern erlauben, die neuen Dateien zu lesen. Benutzen Sie dazu den Befehl chmod für alle neu installierten Ordner und Dateien.

  • Wenn LATEX eine DVI-Datei ohne Probleme schreibt, sie aber nicht richtig angezeigt wird, liegt die Ursache wahrscheinlich in der automatischen Generierung von *.pk-Schriften. Die Schriften sollten für die Anzeige einer DVI-Datei jedesmal neu generiert werden, aber dabei können eine Reihe von Fehlern auftreten. Überprüfen Sie die benutzerdefinierte Zeile in ttfonts.map als erstes. Möglicherweise ist Ihr Programm ttf2pk, das vom DVI-Betrachter aufgerufen wird, ohne Unterstützung für die kpathsea-Bibliotheken kompiliert worden. Dann finden Sie in der Ausgabe von ttf2pk --version keinen Hinweis auf kpathsea. Da diese Bibliotheken aber gebraucht werden, müssen Sie ein anderes Paket für ttf2pk suchen oder FreeType 1 selbst neu kompilieren.

Wie kann Ich CJK in Unicode eingeben?

Es gibt verschiedene Eingabetreiber, die Auswahl wird auch durch persönliche Vorlieben beeinflusst. De Autor verwendet Skim, eine Portierung des Treibers für Scim KDE. Lesen Sie in der Dokumentation zu Ihrer Distribution nach, wie Sie diese Programme installieren können. Die Einrichtung der Programme kann manchmal schwierig sein, für Skim müssen Sie eine Umgebungsvariable XMODIFIERS="@im=SCIM" definieren, bevor X gestartet wird.