Grafik-Dateiformate

LATEX und PDFLATEX

Wenn PDFLATEX die Paketen graphics oder graphicx benutzt, können damit PNG- oder JPG-Dateien korrekt in die Formate DVI oder PDF kompiliert werden, aber keine EPS-Dateien. Umgekehrt funktioniert das Kompilieren mit LATEX zu DVI und die Umwandlung zu PS und PDF mit EPS-Dateien, aber nicht mit PNG- und JPG-Dateien.

Viele Benutzer möchten PDF-Dokumente erzeugen, aber auch mit dem hervorragenden Paket Pstricks PostScript®-Grafiken erstellen. Oder Sie möchten die PostScript®-Ausgabe von mathematischer und wissenschaftlicher Software wie Mathematica, Maple oder MuPAD weiter bearbeiten. Diese LATEX-Benutzer müssen zuerst in PostScript® kompilieren, auch wenn Sie eigentlich PDF-Dokumente erzeugen möchten, da diese Programme PostScript®-Quelltext produzieren, der von PDFLATEX nicht verarbeitet werden kann. Auch in diesem Fall kann Kile Sie unterstützen und Ihre Arbeit erleichtern.

Umwandeln von Grafiken

Möchten Sie sowohl PostScript®-Quelltext als auch PNG- oder JPG-Dateien in einem Dokument benutzen, gibt es mehrere Arbeitsweisen:

  • Möchten Sie JPG- oder PNG-Grafikdateien in eine Datei im PS-Format umwandeln, können Sie zuerst auch nur PDFLATEX mit der Ausgabe in DVI benutzen und dann mit dvips eine PS-Datei erstellen. PDFLATEX ist ein geeignetes Werkzeug für diese Aufgabe, solange Ihr Quelle keinen PostScript®-Quelltext enthält.

  • Sie können EPS-Dateien in das PNG oder andere Formate umwandeln, indem Sie Programme wie Gimp oder ImageMagick und PDFLATEX verwenden.

  • Die Umwandlung von EPS-Grafiken in PDF-Grafiken sollte mit dem Programm epstopdf. Dieses Programm ist in jeder TEX-Distribution enthalten. Die weitere Bearbeitung erfolgt dann mit PDFLATEX. Damit werden qualitativ hochwertige Grafiken erzeugt, das Ergebnis kann mit den folgenden Einstellungen beeinflußt werden:

    -dAutoFilterColorImages=false
            -dAutoFilterGrayImages=false
            -sColorImageFilter=FlateEncode
            -sGrayImageFilter=FlateEncode
            -dPDFSETTINGS=/prepress
            -dUseFlateCompression=true
    

    Erlaubt Ihr System shell-escape, dann kann diese Umwandlung auch direkt ohne Zwischenschritte erfolgen. Das müssen Sie das Paket epstopdf einschließen, das Bestandteil aller TEX-Distributionen ist. Benutzen Sie dazu den Befehl \usepackage{epstopdf}. Als Quelltext verwenden Sie zum Beispiel

            \includegraphics[width=5cm]{test.eps}
    

    Wenn Sie nun PDFLATEX mit der Option --shell-escape aufrufen, wird die Grafik test.eps automatisch in die Datei test.pdf umgewandelt.

    Diese Umwandlung wird bei jeder Ausführung von PDFLATEX durchgeführt. Haben Sie Ihren Grafik-Befehl implizit angegeben mit:

            \includegraphics[width=5cm]{test}
    

    dann prüft das Programm epstopdf ob die Datei test.pdf bereits vorhanden ist. In diesem Fall wird dieser Ausführungsschritt übersprungen.

  • Sie können die Umwandlung auch in der anderen Richtung durchführen und mit LATEX und der Grafikumwandlung PS-PDF arbeiten. Das funktioniert nicht immer gut, da die EPS-Einbindung von JPG- oder PNG-Formaten zu großen Dateien und damit zu unnötig großen Dokumenten führt. Das hängt jedoch stark von den verwendeten Grafikprogrammen ab, da EPS andere Grafiken einbinden kann, dies aber nicht von allen Programme gleich gut unterstützt wird. Einige dieser Programme erstellen eine JPG-Datei mit Vektoren und verschiedenen Skripten, was zu riesig großen Dateien führt. Alle Grafikformate können mit ImageMagick in das EPS-Format umgewandelt werden. jpg2ps ist ein weiteres Programm, das diese Umwandlung korrekt ausführt.

  • Sie können auch eine automatisch Umwandlung benutzen. Dann werden alle Grafikdateien beim Kompilieren in EPS umgewandelt und dann in das PS-Dokument eingefügt. Das ist eine bequeme Vorgehensweise, aber Sie müssen Ihr System dafür richtig einstellen. Dies wird im Abschnitt EPS-Grafiken erläutert.

Benutzen Sie die richtige Datei für ein Grafikformat

  • EPS ist eine grafische Vektorskriptsprache, die alle Linien und Punkte der Grafik beschreibt. Auch bei einer Vergrößerung über die Standardgröße hinaus ist die Qualität der Anzeige immer noch hoch. Es ist am Besten für Diagramme und Vektorgrafiken geeignet, die direkt für das EPS-Format erzeugt werden. Trotz einer geringen Größe der Grafik ist die Anzeige sehr klar und scharf.

  • PNG (oder das veraltete GIF) ist ein verlustfreies Dateiformat mit guter Komprimierung und Qualität. Es ist gut für Diagramme. eingescannte Zeichnungen, oder alle Grafiken, der Schärfe erhalten bleiben soll, geeignet. Für Fotos ist es manchmal weniger geeignet.

  • JPG ist ein verlustbehaftetes Format, die Komprimierungsrate ist besser als beim PNG-Format, dafür gehen aber auch einige Bilddetails verloren. Bei Fotos ist das unerheblich, kann aber zu einer niedrigen Qualität für Diagramme, Zeichnungen führen und manchmal verschwinden dünne Linien. Benutzen Sie dann das EPS- oder PNG-Format.

Denken Sie daran: Das Ergebnis ist nur so gut wie die Eingabedaten. Keine Umwandlung kann aus einem Bild in schlechter Qualität ein Bild mit hoher Qualität machen.