Kapitel 2. Einführung

MIDI verwenden

KMid gibt MIDI-Daten aus, daher benötigt das Programm einen MIDI-Empfänger, um hörbare Töne zu erzeugen. Es gibt mehrere Arten von MIDI-Empfängern oder -Synthesizern, die verwendet werden können. Als einzige gemeinsame Funktion müssen sie MIDI-Unterstützung für ALSA bereit stellen.

Externe Geräte

Dies sind externe Geräte, die mit dem Rechner über ein MIDI-Kabel verbunden sind. Neuere Geräte haben oft auch eine USB-Schnittstelle. Externe MIDI-Geräte sind elektronische Musikinstrumente, die normalerweise auch ohne die Verbindung zu einem Rechner gespielt werden können.

Um ein MIDI-Musikinstrument mit dem Rechner zu verbinden, brauchen Sie eine MIDI-Schnittstelle im Rechner und ein MIDI-Kabel. Einige Soundkarten enthalten MIDI-Sockets oder -Kabel. Es gibt auch billige USB-MIDI-Schnittstellen. Dafür sind normalerweise MIDI-Treiber für ALSA verfügbar und für den Gebrauch mit KMid erforderlich.

Wenn Ihr MIDI-Musikinstrument keine allgemeinen MIDI-Standardnachrichten versteht, benötigen Sie möglicherweise eine MIDI-Map. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel MIDI-Maps.

Soundkarten mit einem Hardware-Synthesizer

Solche Soundkarten waren früher sehr beliebt, sind heute aber deutlich weniger verbreitet. Einige Beispiele sind die klassischen GUS- und AWE-Soundkarten oder auch die SoundBlaster Audigy. Alle sind sog. Wavetable-basierte Synthesizer. Noch ältere Karten sind FM-Synthesizer, so z.B. die Ad Lib. Sie sind in der Lage, MIDI in Echtzeit zu Audio zu berechnen unter der Bedingung, dass die ALSA-MIDI-Treiber installiert sind. Für Wavetable-basierte Synthesizer muss außerdem ein Klangpaket im Format des Herstellers der Karte installiert sein.

Software-Synthesizer

Weil in modernen Rechnern immer mehr Arbeitsspeicher und Rechenleistung verfügbar ist, wächst die Nutzung von Softwaresynthesizern beständig. Sie stellen eine günstige Alternative dar, weil die einzige benötigte Hardware eine einfache Soundkarte ist, die lediglich Audio unterstützt. Die in vielen Hauptplatinen integrierten Audiogeräte sind für die meisten Fälle völlig ausreichend.

Zwei Vertreter von Programmen, die MIDI-Daten in Audioströme umrechnen können, sind TiMidity++ und FluidSynth. Beide unterstützen den ALSA-Sequenzer und sind Wavetable-basiert. Im Einrichtungsdialog sind Optionen vorhanden, um diese Programme automatisch beim Starten mitzuladen.

Um TiMidity++ zu benutzen, sollten Sie eine GUS-Patchsammlung wie „freepats“ oder eine SoundFont® (.SF2)-Datei installieren. Sie können das Programm im Dienstmodus starten, indem Sie zum Beispiel in Debian-Systemen das Paket „timidity-daemon“ verwenden.

Um FluidSynth verwenden zu können. müssen Sie eine SoundFont® (.SF2)-Datei installieren. Es könnte außerdem hilfreich sein, die grafische Oberfläche für QSynth mit zu installieren. Zwei hervorragende und freie Soundfonts für FluidSynth sind General User GS und Fluid R3, die in einigen Linux®-Distributionen enthalten sind.