Geografische Koordinaten

Jason Harris

Standorte auf der Erde können mit einem sphärischen Koordinatensystem angegeben werden. Das geografische (erd-abbildende) Koordinatensystem ist an der Drehachse der Erde ausgerichtet. Es definiert zwei Winkel, die vom Zentrum der Erde gemessen werden. Ein Winkel, genannt Breitengrad, misst den Winkel zwischen einem Punkt und dem Äquator. Der andere Winkel, genannt Längengrad, misst den Winkel entlang des Äquators von einem beliebigen Punkt auf der Erde (Greenwich, England ist als Nullpunkt für den Längengrad in fast allen modernen Gesellschaften akzeptiert).

Indem man diese beiden Winkel kombiniert, kann man jeden Ort auf der Erde angeben. Zum Beispiel hat Baltimore, Maryland (USA) den Breitengrad von 39,3 Grad Nord und eine Längengrad von 76,6 Grad West. Also wird ein Vektor, der vom Erdmittelpunkt in einem Winkel von 39,3 Grad über dem Äquator und 76,6 Grad westlich von Greenwich, England gezogen wird, Baltimore durchqueren.

Der Äquator ist offensichtlich ein wichtiger Teil des Koordinatensystems, er stellt den Nullpunkt des Breitengrades dar und die Hälfte des Weges zwischen den Polen. Der Äquator ist die Bezugsfläche des geografischen Koordinatensystems. Alle sphärischen Koordinatensysteme definieren solch eine Bezugsfläche.

Linien gleichen Breitengrades werden Parallelen genannt. Sie bilden Kreise auf der Erdoberfläche, aber die einzige Parallele, die ein Großkreis ist, ist der Äquator (Breite = 0 Grad). Linien von gleicher Länge werden Meridiane genannt. Der Meridian, der durch Greenwich läuft, ist der Nullmeridian (Länge = 0 Grad). Im Gegensatz zu den Parallelen sind alle Meridiane Großkreise und sind nicht parallel, sie schneiden sich im Nord- und Südpol.

Tipp

Übung:

Auf welchem geografischen Längengrad liegt der Nordpol? Sein Breitengrad beträgt 90 Grad Nord.

Das ist eine Scherzfrage. Die Längengrad ist am Nordpol (und auch am Südpol) bedeutungslos. Die Pole haben alle Längengrade gleichzeitig.