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Eine der bequemsten Eigenschaften von KDE ist die Fähigkeit eine Zuordnung von einer Datendatei zur zugehörigen Anwendung herzustellen. Wenn Sie zum Beispiel im Dateimanager auf ein KWord-Dokument klicken, startet KDE automatisch KWord und lädt dieses Dokument in KWord.
Im obigen Beispiel ist die KWord-Datei dem Programm KWord zugeordnet. Diese Dateizuordnungen sind grundlegend für die Funktion von KDE.
Bei der Installation erstellt KDE automatisch hunderte von Dateizuordnungen für die gebräuchlichsten Dateitypen. Diese Zuordnungen verbinden diese Dateitypen mit den üblicherweise zu KDE gehörenden Programmen und den allgemeinen Benutzereinstellungen.
Aber KDE kann nicht:
jede mögliche Kombination von Programmen und Dateitypen vorhersehen
auf noch nicht erfundene Dateiformate vorbereitet sein
jedermanns bevorzugtes Programm für einen bestimmten Dateityp erraten
In diesem Modul können die augenblicklichen Zuordnungen verändert und neue Zuordnungen hinzugefügt werden.
Jede Zuordnung wird als MIME-Typ (MIME steht für „Multipurpose Internet Mail Extensions“) gespeichert. Mit diesen Typen kann der Computer den Dateityp feststellen, ohne jede einzelne Datei zu öffnen und das Datenformat explizit zu analysieren.
Um dieses Modul zu öffnen, starten Sie die Systemeinstellungen und wählen Dateizuordnungen auf der Karteikarte Erweitert. Alternativ kann diese Module auch durch Eingabe von kcmshell4 filetypes in einem Terminal oder in KRunner geöffnet werden.
Die Dateizuordnungen sind in mehrere Kategorien gegliedert. Sie werden mindestens die folgenden haben:
Application (Anwendung)
Audio
Image (Bild)
Inode
Message (Nachricht)
Multipart (Mehrteilig)
Print (Druck)
Text
Video
Jede Dateizuordnung wird einer dieser Kategorien zugeordnet.
Diese Kategorien haben keine funktionale Bedeutung. Sie helfen bei der Organisation der Dateizuordnungen, unterscheiden sich aber nicht in der Funktion.
Die Kategorien sind aufgelistet in dem Listenfeld Bekannte Typen.
Klickt man auf einen Kategorienamen, so werden darunter alle MIME-Typen angezeigt, die dieser Kategorie zugewiesen worden sind.
Sie können nach einem bestimmten MIME-Typ suchen, indem Sie in das Textfeld Dateityp oder -muster suchen oberhalb der Liste benutzen.
Sobald die ersten Buchstaben in das Textfeld eingegeben sind, werden die MIME-Typen angezeigt, die diesen Buchstaben enthalten.
Tippt man den zweiten Buchstaben ein, werden nur die MIME-Typen angezeigt, die beide Buchstaben enthalten.
Um einen neuen MIME-Typ für eine Dateizuordnung zu erstellen, klicken Sie auf den Knopf . Ein Dialog erscheint, in dem die gewünschte Kateogorie im Listenfeld Gruppe und den Typ im Textfeld Name festgelegt werden kann. Mit wird der neue MIME-Typ hinzugefügt, durch Klicken auf werden die Eingaben verworfen und der neue Typ nicht erstellt.
Wählen Sie den gewünschten MIME-Typ durch einen Klick auf den Typnamen. Dann klicken Sie auf den Knopf . Damit wird der MIME-Typ sofort gelöscht.
Bevor man Veränderungen vornehmen kann, muss man zunächst den gewünschten MIME-Typ in der Liste der Bekannten Typen durch einen Mausklick auswählen.
Daraufhin werden die aktuellen Einstellungen dieses MIME-Typs im Modulfenster angezeigt.
Die aktuellen Werte werden auf den beiden Karteikarten Allgemein und Einbetten angezeigt.
Jeder MIME-Typ hat vier Eigenschaften auf dieser Karteikarte:
MIME-Typ-Symbol ist das für diesen Typ im Dateimanager Dolphin oder Konqueror angezeigte Symbol.
Dateimuster ist ein Suchmuster, mit dessen Hilfe KDE Dateien dieses MIME-Typs findet.
Beschreibung beschreibt den Dateityp kurz. Dieses Feld hat keine weitere Funktion.
Bevorzugte Anordnung von Programmen legt fest, welche Programme diesem MIME-Typ zugeordnet werden.
Auf dieser Karteikarte wird festgelegt, ob dieser Dateityp innerhalb des Dateimanagers oder durch Starten der Anwendung angezeigt wird.
Um das Symbol zu verändern, klicken Sie auf das Symbol. Es erscheint ein Dialog, der alle verfügbaren Symbole anzeigt. Wählen Sie ein neues Symbol durch Klicken aus und bestätigen Sie mit .
Das Feld Dateimuster bestimmt, welche Dateien zu diesem MIME-Typ gehören.
Normalerweise wird die Dateiendung für die Bestimmung des MIME-Typs verwendet. (Beispiele: Dateien, die auf .wav enden, sind Sounddateien im WAV-Format und Dateien, die auf .c enden, sind Quelltexte zu Programmen in der Programmiersprache C).
Man tippt das gewünschte Dateimuster in dieses Listenfeld ein.
Das Sternchen (*) ist ein Spezialzeichen, das wohl in jedem MIME-Typ auftaucht. Eine vollständige Diskussion von Spezialzeichen geht über diesen Hilfetext hinaus. Wichtig ist, dass das Sternchen (in diesem Zusammenhang) für eine beliebige Anzahl „beliebiger“ Zeichen steht. Zum Beispiel: Das Dateimuster *.pdf enthält Datendatei.pdf, Grafik.pdf und Benutzer.pdf, aber nicht PDF, Datendatei.PDF oder .pdf
Es ist günstig, mehrere Dateimuster zu haben; mindestens eines für Klein- und eines für Großbuchstaben. Das stellt sicher, dass KDE den MIME-Typ einer Datei bestimmen kann.
Man kann eine kurze Beschreibung des MIME-Typs in dem Feld Beschreibung eintragen. Diese Beschreibung hat keine Funktion. Sie dient lediglich dem Benutzer zur Identifikation des MIME-Typs.
Für die Konfiguration der zugeordneten Anwendungen gibt es fünf Knöpfe (, , , und ) sowie ein Listenfeld, das die zugeordneten Programme anzeigt.
Das Listenfeld enthält alle dem MIME-Typ zugeordneten Anwendungen. Die Reihenfolge ist dabei wichtig. Es wird zuerst die oberste Anwendung probiert, danach die Zweite usw.
Warum gibt es mehr als eine Anwendung pro MIME-Typ? Wozu ist das notwendig?
Anfangs wurde bereits gesagt, das KDE mit hunderten von vorkonfigurierten Dateizuordnungen ausgeliefert wird. Jedes System, auf dem KDE installiert ist, unterscheidet sich darin, welche Anwendungen installiert sind. Da mehrere Anwendungen pro MIME-Typ zur Auswahl stehen, kann KDE funktionieren, auch wenn eine bestimmte Anwendung nicht installiert ist.
Zum Beispiel:
Für den MIME-Typ pdf gibt es zwei zugeordnete Anwendungen. Die erste ist Okular. Falls Okular auf Ihrem System nicht installiert ist, startet KDE automatisch die zweite Anwendung Krita. Damit bleibt KDE in Funktion, obwohl sich die installierten Programme verändern.
Wir erwähnten bereits, dass die Reihenfolge der Anwendungen wichtig ist. Die Reihenfolge kann geändert werden, indem man auf die Anwendung klickt, deren Position verändert werden soll, und dann je nach Wunsch auf die Knöpfe und . Jeder Klick verschiebt die ausgewählte Anwendung um eine Position in der Liste.
Um neue Anwendungen hinzuzufügen, klickt man auf . Es erscheint ein Dialog, mit dessen Hilfe man die gewünschte Anwendung auswählen kann. Klickt man zur Bestätigung auf , so wird diese Anwendung zur Liste der Anwendungen für diesen MIME-Typ hinzugefügt.
Um zu verhindern, dass eine bestimmte Anwendung mit diesem MIME-Typ ausgeführt wird, klickt man auf die gewünschte Anwendung um sie auszuwählen. Ein Klick auf löscht die Anwendung aus der Liste.
Normalerweise ist es sinnvoller, eine ungewünschte Anwendung mit Hilfe der Knöpfe und an das Ende der Liste der Anwendungen zu stellen anstatt sie ganz zu löschen. Wenn die gewünschte Anwendung für diesen Typ einmal unerreichbar werden sollte, hat man so immer noch wenigstens eine Anwendung, um diesen MIME-Typ zu betrachten.
Auf der Karteikarte Einbetten wird eine Gruppe von vier Auswahlknöpfen mit dem Titel angezeigt. Diese bestimmen, wie der Dateimanager den MIME-Typ anzeigt:
Wenn diese Option gewählt ist, wird die Datei innerhalb des Dateimanager-Fensters angezeigt.
Bei dieser Option wird zum Anzeigen dieses MIME-Typs ein eigenes Fenster erstellt.
Diese Option sorgt dafür, dass die Einstellungen der jeweiligen Gruppe verwendet werden. (Wenn man einen Audio-MIME-Typ bearbeitet, werden die Einstellungen der Audio-Gruppe verwendet).
Darunter befindet sich das Listenfeld Rangfolge ausführender Programme.
Im Dateimanager wie Konqueror oder Dolphin kann durch Klicken der ein Kontextmenü geöffnet werden. Dieses enthält das Untermenü . Das Listenfeld zeigt die Anwendungen in der Reihenfolge an, wie sie unter dem Menü dann erscheinen.
Die Reihenfolge kann mit den Knöpfen und verändert werden.